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Berlin: 115 ukrainische Geflüchtete sollen „willkürlich umverteilt“ werden

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01.04.2022

Berlin - Am Montag sollen 115 geflüchtete Menschen aus der Ukraine das West-Berliner City Hotel Ansbach verlassen, in dem sie seit vier Wochen leben. Sie sollen umverteilt werden, heißt es in einem offenen Brief von ratlosen Ehrenamtlichen, die die Geflüchteten seit Beginn ihres Aufenthalts unterstützen. Adressat für diesen offenen Brief ist das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), das erst vor wenigen Wochen die Geflüchteten – überwiegend Mütter und Kinder – zum Hotel gebracht habe. Jetzt wollen sie diese aber „einer ungewissen Zukunft ausliefern“, so die Unterzeichner des Briefs.

In dem Brief, der der Berliner Zeitung vorliegt, beschreibt die ehrenamtliche Helferin Anne Fiedler, wie das LAF ihr und den anderen Helfenden eine „voraussichtliche Mietdauer von ca. sechs Monaten“ angekündigt hatte. Dies sei aber nur telefonisch besprochen worden. Zum 8. März habe das LAF mit dem Hotel einen Mietvertrag abgeschlossen, der für einen Monat dauert und als verlängert gelten sollte, solange er nicht gekündigt werde. Dabei hat das City Hotel Ansbach alle touristischen Buchungen für diesen Zeitraum storniert, um den Geflüchteten Platz bieten zu können.

Flüchtlingsunterbringung Hunderte Ukrainer müssen Berliner Hostel verlassen

Es kam also unerwartet, als Fiedler am Dienstag eine E-Mail vom LAF bekam, in der stand, der Vertrag sei gekündigt worden. In einem anschließenden Telefonat mit dem LAF hieß es, die Geflüchteten sollten mit BVG-Bussen am Donnerstag, den 7. April, abgeholt und in das Flüchtlingslager in Tegel gebracht werden. Ein paar Tage später sollte ihre Umverteilung in andere Städte erfolgen. Gestern Abend kam aber die Nachricht vom LAF, die Geflüchteten sollten sich jetzt für den Umzug am Montag, den 4. April, vorbereiten, in nur vier Tagen. Das sei „völlig unverständlich und menschenunwürdig“, so Fiedler in dem Brief.

Es handelt sich auch nicht um einen Einzelfall. Schon in dieser Woche mussten 120 Geflüchtete, die zuvor für zwei Wochen in dem Lichtenberger Hostel Generator untergebracht worden waren, ihre........

© Berliner Zeitung


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