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Warum der Schutz der Meere unser eigenes Überleben sichert

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20.09.2021

Berlin - Meere und Ozeane bedecken mehr als 70 Prozent der Erde. Sie regulieren das Klima, speichern große Mengen CO2, produzieren 50 Prozent des Sauerstoffs – jeder zweite Atemzug hat seinen Ursprung im Meer – und sichern Milliarden Menschen Nahrung und Arbeit. Kurzum: Die Meere garantieren unser Überleben. Doch sie sind zunehmend in Gefahr. Der Grund sind wir Menschen, schreibt die italienische Meeresbiologin Mariasole Bianco in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch „Planet Ozean“.

Auf 177 Seiten erklärt die Wissenschaftlerin, warum die Meere als Stabilisatoren des Klimasystems entscheidend sind und warum wir sie dringend schützen müssen. Denn bislang sind Meere die am wenigsten geschützten Gebiete der Erde, heißt es in einem Bericht der Bundesregierung. Bianco nimmt die Leserinnen und Leser in ihrem Buch auf einen imaginären Tauchgang mit in die Meerestiefen – von der sonnendurchfluteten obersten Schicht, bis hin zum tiefsten Punkt des Meeres, dem Marianengraben, der bis zu 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel liegt.

Obwohl die Ozeane und Meere mehr als 90 Prozent aller Lebensräume auf der Erde darstellen und sie für uns von immenser Bedeutung sind, schenken wir Menschen ihnen nur wenig Aufmerksamkeit. Bislang seien nur gut fünf Prozent der Meerestiefen vermessen, schreibt Bianco. Vom Mond oder Mars gebe es sogar detailliertere Karten als von der Tiefsee. Der Grund sei die Verteilung der Forschungsgelder.

Laut Bianco haben es aus diesem Grund bereits zwölf Menschen bis auf den Mond geschafft, aber nur vier bis zum Marianengraben, zuletzt der US-Investor Victor Vescovo im Jahr 2019. Vescovo drang als erster Mensch überhaupt bis auf 10.926 Meter vor. Er habe dabei auf seinem Tauchgang neue Spezies der Flohkrebse, neue Krebs- und Fischarten entdeckt – und eine Plastiktüte. „Wir sind am Ende der Welt angekommen und haben hier das Schlimmstmögliche entdeckt: unsere Abfälle“, so Bianco. Der Plastikmüll ist einer von vielen Gründen für die Bedrohung der Meere, die die Meeresbiologin in ihrem Buch aufzählt.

Ein Großteil des Plastiks gelange durch die Flüsse in die Ozeane, etwa acht Millionen Tonnen Plastik jedes Jahr, so Bianco. „Untersuchungen zeigen zudem, dass es heute in den Weltmeeren gut 51 Trillionen Mikroplastikpartikel gibt, das 500-fache der Gesamtzahl der Sterne in unserer Galaxie,“ erklärt die Meeresbiologin.

Die Folgen der Plastikflut sind für die Meeresbewohner laut der Organisation World Wide Fund For Nature (WWF) fatal: Seevögel verenden qualvoll an Plastikteilen in........

© Berliner Zeitung


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