Lars Eidinger brilliert als „Der Geizige“ – Thomas Ostermeier zeigt Kapitalismus am Abgrund |
Bekannte Gesichter aus Politik und Film drängelten sich am Gründonnerstag in der Schaubühne, denn Großes war angekündigt: erstmals nach elf Jahren stand die kommende deutsche Hollywood-Hoffnung Lars Eidinger wieder auf der Premierenbühne und das in einer Inszenierung von Intendant Thomas Ostermeier, der seinerseits mit Molières „Der Geizige“ erstmals eine Molière-Komödie überhaupt in die Hand nahm.Nach den blutigen Shakespeare-Tragödien um „Richard“ und „Hamlet“, mit denen Ostermeier und Eidinger welttourende Dauerbrenner schufen („Hamlet“ feiert bald 500. Vorstellung), nun also mal Scherz, Satire und mittelschwere Bedeutung?
Der traurige Auftritt des Geizigen
So einfach aber lässt Ostermeier unsere dramatische Gegenwart natürlich nicht durch die speckigen Finger seiner Hauptfigur rieseln. Gleich zu Beginn – es wurde noch kein Wort gesprochen und die glattgebonerte Verkaufshalle des Autohauses Harpagnon, in die Bühnenbildnerin Magda Willi die Szenerie versetzt, glänzt in sterilem Schwarz-weiß-rot herüber - da taucht ganz oben auf der Firmengalerie in einem kleinen Glasbüro die opulente Gestalt des Chefs auf. Der singt. Und er singt so traurig in sein übersteuertes........