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Merkels letzte Befragung: „Kein Mensch kann sagen, dass wir genug getan haben“

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23.06.2021

Berlin - Es ist die letzte Sitzungswoche des Bundestags in dieser Legislaturperiode und deshalb stehen viele Zeichen auf Abschied, vor allem dem von der Bundeskanzlerin, die ja bekanntlich nicht mehr zur Wahl antritt. Ihr selbst ist jede Sentimentalität suspekt, der sie mit Nüchternheit begegnet. Ein bisschen witzig kann sie aber auch sein.

Das zeigte sich bei ihrer letzten Befragung durch das Parlament. Mehr als eine Stunde stand sie allen Fraktionen Rede und Antwort und sprach diesmal manches deutlicher aus als man es sonst von ihr gewöhnt ist. Zum Beispiel beim Klimawandel.

Der Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer konfrontierte sie mit Aussagen aus der NDR-Talkshow von 1997 zu Klimaschutz. Damals – also vor 24 Jahren – sagte Merkel, es müsse schnell gehandelt werden, weil die Folgekosten für die Gesellschaft sonst noch höher würden. Wie sie das in der Bilanz ihrer 16 Jahre Kanzlerinnenschaft bewerte, fragte der Grüne. „Tja, ich war halt Umweltministerin, nicht?“, antwortete Merkel darauf. Soll heißen: Als Kanzlerin habe sie nun mal anderen Zwängen Rechnung tragen müssen.

Die trägt sie dann auch vor: Kyoto-Abkommen, das Ausscheren der USA, aber auch die Bemühungen, die Anstrengungen bei den CO2-Einsparungen noch mal zu verdoppeln. Die sei in der rot-grünen Regierungszeit beschlossen worden, räumt sie ein. „Aber wir haben das sofort übernommen.“ Für sich selbst nimmt sie in Anspruch „wachsende Ambitionen über die Dauer meiner Kanzlerschaft“ gezeigt zu haben.

Angela MerkelDie........

© Berliner Zeitung


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