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Merkel: Wir verhandeln auch nach dem Ende der Luftbrücke weiter mit den Taliban

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25.08.2021

Berlin - Der Bundestagspräsident gibt an diesem Tag den Ton vor. „Viele von uns haben gehofft, dass es in diesem Sommer etwas mehr Normalität geben würde“, sagt Wolfgang Schäuble am Mittwochmittag bei der Eröffnung der Bundestagssondersitzung. „Statt dessen erleben wir Krisen, Konflikte und Katastrophen.“ Die Abgeordneten entscheiden heute über Fluthilfen und die Fortsetzung der pandemischen Notlage – doch das ist fast schon politischer Alltag angesichts der katastrophalen Lage in Afghanistan. „Die Verzweiflung der Menschen am Flughafen in Kabul zerreißt uns das Herz“, sagt Schäuble und es ist in diesem Augenblick sehr still im Plenum.

KommentarDesaster in Afghanistan: Unsere Regierung ist am Ende

Afghanistan liefert seit Tagen Bilder, die fassungslos machen. Verzweifelte Menschen, die vor den Taliban fliehen wollen und zu den Flugzeugen drängen. Menschen, die in der Hitze kollabieren. Und Mütter, die ihre Babys den amerikanischen Soldaten in den Arm drücken, damit sie gerettet werden, ohne zu wissen, ob sie sie wiedersehen. Diese Szenen haben auch die Bundestagsabgeordneten verstört. Man merkt es daran, dass fast jeder, der in der Debatte redet, darauf eingeht.

Doch wie konnte es erst so weit kommen?

Das ist die Frage, die Bundeskanzlerin Angela Merkel beantworten muss. Das Afghanistan-Desaster zwingt sie in eine Art Nachspielzeit. Eine Regierungserklärung hatte sie in diesen letzten Wochen ihrer Amtszeit nicht mehr geplant, erst recht keine, die sie derart in die Defensive bringt. Eigentlich sollte Merkel am Nachmittag den Walther-Rathenau-Preis entgegennehmen. Er wird für außergewöhnliche Erfolge im Bereich der Außenpolitik........

© Berliner Zeitung


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