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„Ausgeschlumpft, lieber Olaf!“: CDU-Video sorgt für Diskussionen

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13.09.2021

Das Wichtigste zur Bundestagswahl 2021 in Kürze:

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TV-TriellSchlagabtausch der Kanzlerkandidaten: Laschet kämpft, doch Scholz liegt vorne

Ein Motivationsfilm der CDU, der offenbar am Sonntag vor dem TV-Triell im Konrad-Adenauer-Haus aufgenommen wurde, sorgt für viele Diskussionen im Netz. Zu sehen ist ein Ausschnitt des Films „Wolf of Wall Street“, in dem Leonardo di Caprio einen ehrgeizigen Börsenmakler und Betrüger spielt. Di Caprio heizt mit einer leidenschaftlichen Ansprache eine Menschenmenge auf. Darunter wird ein deutscher Untertitel eingeblendet. Es heißt unter anderem „Ausgeschlumpft, lieber Olaf“ oder „Wir überholen die Sozen“ oder zur „Not erzwingen wir es“. Ein CDU-Pressesprecher hatte den Film Sonntagabend auf Twitter hochgeladen und ihn danach wieder gelöscht. Ob das aus Scham passierte, ist unklar.

Wie die #CDU sich für die kommenden zwei Wochen Wahlkampf motiviert.
(Tweet inzwischen gelöscht) #WolfofWallstreet #Triell

(Sorry für den schwindelerregenden Kipp-Moment am Anfang, aber so sieht man die Quelle noch) pic.twitter.com/UpODJyECae

Die CDU will mit einem „Sofortprogramm“ aus Maßnahmen für den Fall eines Sieges bei der Bundestagswahl in der heißen Phase des Wahlkampfes punkten. Es besteht aus sechs „Paketen“ für die Bereiche Familien, Sicherheit, Beschleunigung, Klimaschutz, Entlastung und Mittelstand, die nach dem 26. September so schnell wie möglich umgesetzt werden sollen. „Wir wollen unser Land gestärkt aus der Krise führen“, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier, das im wesentlichen bekannte Positionen aus dem gemeinsamen Wahlprogramm von CDU und CSU enthält.

Der wegen historisch schlechter Umfragewerte unter Druck stehende Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet wollte das vierseitige Papier am Montag im Anschluss an Beratungen der Führungsspitze seiner Partei in Berlin vorstellen.

Die Union verspricht den Wählerinnen und Wählern unter anderem, Familien, Kinder, Alleinerziehende und pflegende Angehörige finanziell besser zu stellen, etwa durch höhere Grundfreibeträge für Kinder und ein höheres Kindergeld. Über einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer soll Familien der Kauf eines Eigenheims erleichtert werden. Mehr Videokameras an öffentlichen Orten sollen für mehr Sicherheit sorgen, im Kanzleramt soll ein Nationaler Sicherheitsrat eingerichtet werden.

Die Union will Genehmigungsverfahren für Bauprojekte beschleunigen und Bürger sowie Unternehmen von Bürokratie entlasten. Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen sollen steuerlich besser absetzbar werden, für Solardächer soll es zinslose Darlehen geben. Durch einen höheren Arbeitnehmerpauschbetrag wollen CDU und CSU kleine und mittlere Einkommen entlasten, die Minijobgrenze soll von 450 auf 550 Euro steigen. Dem Mittelstand und Handwerk verspricht die Union stabile Lohnzusatzkosten bei maximal 40 Prozent und eine kostenfreie Meisterausbildung.

Die parallel bei ARD und ZDF ausgestrahlte Polit-Sendung „Das Triell – Dreikampf ums Kanzleramt“ haben am Sonntagabend 11,13 Millionen Fernsehzuschauer verfolgt. Es dürfte angesichts des populären „Tatort“-Sendeplatzes das meistgesehene Spitzenkandidatenformat dieses Wahlkampfes bleiben. Im Ersten schalteten 7,36 Millionen ein (24,2 Prozent Marktanteil ab 20.15 Uhr), im Zweiten 3,51 Millionen (11,5 Prozent), bei Phoenix und Tagesschau24 jeweils 0,13 Millionen. Das entsprach einem Marktanteil von insgesamt 36,5 Prozent.

Vor allem beim jüngeren Publikum sei die Diskussionsrunde auf großes Interesse gestoßen, teilten die Sender mit: „Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen lag bei 41,2 Prozent.“ Moderatoren des 95-minütigen Live-Formats mit Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) waren Maybrit Illner (ZDF) und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr.

Es war bereits das zweite Triell des Bundestagswahlkampfs 2021. Am 29. August hatten die von Pinar Atalay und Peter Kloeppel moderierte Sendung bei RTL und ntv zusammen etwa 5,6 Millionen Zuschauer verfolgt.

Ein drittes Triell (mit Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch) ist am 19. September bei ProSieben, Sat.1 und Kabel eins geplant.

Politikerinnen und Politiker der FDP bleiben skeptisch gegenüber einer Ampel-Koalition im Bund mit SPD und Grünen, halten diese jedoch auch für möglich. Ein solches Bündnis wäre „eine Herausforderung“, sagte die frühere FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg am Montag dem RBB-Inforadio. Aus ihrer Sicht wäre viel Fantasie notwendig, um sich dies vorzustellen.

„Wir wollen regieren und gestalten, aber nicht um jeden Preis, sondern um etwas zu tun für die Inhalte, für die wir werben“, sagte Teuteberg weiter. Ein SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz müsste sich daher überlegen, welche liberale Handschrift in einem solchen Bündnis sichtbar werden könne. Als Beispiel nannte sie einen Verzicht auf Steuererhöhungen.

„Für die Ampel fehlt mir derzeit die Fantasie, wenn ich in die Programme reinschaue, wenn sich SPD und Grüne mit Steuererhöhungen übertreffen“, äußerte sich auch der........

© Berliner Zeitung


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