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Ob als Jude oder Araber: Kleider machen Leute

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15.07.2021

Berlin - In Berlin war ich einmal bekannt wie ein bunter Vogel. Für die einen als Gründer und Anführer der grössten Graffiti-Crew Berlins: Berlin Crime. Für andere wiederum war ich als der Jude in den türkischen und arabischen Gangs des Wedding bekannt. Das sprach sich sehr schnell rum. Ich erlangte somit schon in jungen Teenagerjahren einen gewissen „Promi-Status“, zumindest auf den Straßen Berlins.

Nichts, worauf ich eigentlich wirklich hätte stolz sein können. Nichts, wovon ich meinen Lebensunterhalt hätte begleichen können. Nichts, was mir damals das Gefühl gab, dass ich mir einen sicheren Weg ins Erwachsenenleben gebahnt hätte. Doch auf meinen Straßen-Promi-Status war ich irgendwie stolz. Ich hatte schließlich nichts anderes, worauf ich mich hätte stützen können.

Doch ich entschied mich, diesen Status für ein neues Leben der Unbekanntheit in Israel aufzugeben. Das war im Jahr 2001, vor genau 20 Jahren.

Außer meinem engsten Freundeskreis, habe ich „der Straße“ nichts von meinem Umzug in den Nahen Osten........

© Berliner Zeitung


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