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Tschernobyl: Forscher messen noch 35 Jahre nach Atom-Unglück Strahlung

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20.09.2021

Tschernobyl - Ein blauer Hubschrauber der Bundespolizei steigt in den Himmel über der verlassenen Stadt Tschernobyl. Feuerwehrleute und Beobachter am Boden tragen in sicherem Abstand Schutzmasken. Doch ist die Gefahr hier nicht das Coronavirus: Auch 35 Jahre nach der Reaktorkatastrophe im einst sowjetischen Atomkraftwerk gibt es noch immer radioaktiv strahlende Staubpartikel. Deutsche Fachleute sind deshalb in den Norden der Ukraine gereist, um dort mit Kollegen vor Ort eine neue Karte mit der Strahlenbelastung zu erstellen. Erste Ergebnisse deuten an, dass die Gefahr noch nicht verschwunden ist.

Die beiden Hubschrauber der Bundespolizei aus Deutschland sind täglich vier bis sechs Stunden im Einsatz. An Bord sind etwa 200 Kilogramm schwere Messsysteme. „Wir nutzen den Hubschrauber, um einen Überblick zu bekommen, und machen anschließend detailliertere Messungen am Boden“, erklärt Christopher Strobl vom Bundesamt für Strahlenschutz. Bei einer Flughöhe von 100 Meter haben die Helikopter einen Sichtbereich von 500 Metern. „Am Boden können wir dann deutlich detaillierter die radiologische Lage beurteilen.“

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Am 26. April 1986 explodierte nach einem fehlgeschlagenen Experiment der Reaktor vier des damals sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl. Das Unglück, das gut 100 Kilometer nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew geschah, gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Tausende Menschen starben. Hunderttausende wurden zwangsumgesiedelt. Bis heute sind weite Landstriche in den ehemaligen Sowjetrepubliken Ukraine, Belarus (Weißrussland) und Russland verstrahlt.

Einer der deutschen Hubschrauberpiloten ist Silvio Renneberg von der Fliegerstaffel Blumberg in Brandenburg. „Das ist ein besonderes Gefühl, dass man hier auch mal vor Ort ist, was man so im Fernsehen gesehen hat“, sagt der sehr erfahrene Pilot der dpa in Tschernobyl. In 16 Jahren hat er 2600 Flugstunden angesammelt. Alle Piloten hätten sich freiwillig gemeldet. „Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass viel mehr nein sagen.“

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© Berliner Zeitung


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