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Reichsbürger: Das „Königreich Deutschland“ sollte nördlich von Berlin liegen

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20.08.2021

Berlin - An diesem idyllischen Ort, 15 Kilometer nördlich von Berlin, hatte NS-Propagandaminister Joseph Goebbels seinen Landsitz. Zu DDR-Zeiten war hier am Bogensee die Jugendhochschule, wo die FDJ Funktionäre ausbildete. Inzwischen versuchen offenbar Reichsbürger, die riesige Immobilie zu kapern. Das denkmalgeschützte 170.000 Quadratmeter große Häuserensemble, das seit den 1990er-Jahren verfällt, gehört dem Land Berlin, das dafür pro Jahr rund 250.000 Euro Betriebskosten aufbringt. Berlin würde hier gerne Wohnungen bauen, doch die Pläne kommen nicht voran.

Der Berliner Verein „Leben & Kreativ Campus (LKC) Bogensee“ will die Immobilie wiederbeleben. In den nächsten zehn Jahren sollen die Häuser denkmalgerecht saniert werden. Es sollen ein Hotel, ein Gesundheitshaus, Künstlerateliers, Kreativ- und Schau-Werkstätten für Handwerk und Kunsthandwerk entstehen. Geplant sind Seminare, Konferenzen und Yogakurse.

Allerdings sollte sie wohl auch Teil des „Königreich Deutschland“ (KRD) um den selbsternannten „König“ Peter Fitzek werden. Dieser wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt beobachtet und der Reichsbürger- und Selbstverwalter-Szene zugerechnet. Der ehemalige Karatelehrer ist eine der schillerndsten und bekanntesten Größen in der Szene.

Nach Angaben des Verfassungsschutzes gründete der Esoteriker im Jahr 2009 in der Lutherstadt Wittenberg den Verein „NeuDeutschland“. Seit 2012 tritt er als „König“ des „Königreich Deutschland“ (KRD) in Erscheinung. Gemeinsam mit seinen Anhängern leugnet er die Geltung der hoheitlichen Befugnisse und Rechtsgrundlagen der Bundesrepublik Deutschland auf dem „Hoheitsgebiet“ des „Königreich Deutschland“. Laut Verfassungsschutz geriet Fitzek deshalb des........

© Berliner Zeitung


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