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Chaotisches Demo-Wochenende in Berlin: „Querdenker“-Chef ist zufrieden

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02.08.2021

Berlin - Eine Gruppe Spaziergänger läuft Unter den Linden in Richtung Brandenburger Tor. Die grauhaarigen Männer und Frauen mit Stadtrucksäcken und schwäbischem Dialekt sind mutmaßlich Touristen. Plötzlich schreien sie im Chor: „Frieden, Freiheit, keine Diktatur!“ Sie sind am vergangenen Sonntag angereist, um gegen die Corona-Maßnahmen und gegen die Regierung zu protestieren. Doch die Berliner Polizei hatte 13 Kundgebungen und Aufzüge verboten. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte die Verbote. Alles rechtsstaatlich korrekt also.

Und doch trieb es Tausende in die Hauptstadt. Viele waren vor allem aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen mit Bahnen und Bussen angereist und hatten sich in Hotels eingemietet. Viele kamen zum Beispiel im riesigen Hotel Estrel in Neukölln unter. „Ich bin keine Verschwörungstheoretikerin und habe auch Respekt vor dem Virus“, sagt eine der grauhaarigen Frauen vom Bürgersteig. „Aber ich will meine Grundrechte zurück!“ Dann wendet sie sich ab und geht weiter.

Proteste trotz Demo-Verbots„Querdenker“ liefern sich in Berlin Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Minuten später wird sie wieder in den Sprechchor einstimmen, und vielleicht gehört sie später zu den rund 600 Menschen, die die Polizei allein am Sonntag vorübergehend festgenommen hat. Ihnen wird Teilnahme an verbotenen Versammlungen vorgeworfen. Oder ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz oder Beleidigung von Polizisten, Widerstand gegen die Staatsgewalt – und in mehreren Fällen auch tätliche........

© Berliner Zeitung


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