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An Anis Amri scheiterte ein ganzer Sicherheitsapparat

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24.06.2021

Berlin - Der Tunesier Anis Amri war hochkriminell, und er hatte kein Aufenthaltsrecht in Europa. Und doch überwand er mit 14 verschiedenen Personalien mühelos Ländergrenzen – während die Länder an ihren Grenzen scheiterten. Am 19. Dezember 2016 erschoss der abgelehnte Asylbewerber einen polnischen Lastwagenfahrer und raste dann mit dem Lkw über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, wo er weitere elf Menschen tötete und 170 zum Teil schwer verletzte.

Mangelnde Kommunikation zwischen den rund 40 Sicherheitsbehörden von Bund und Bundesländern und falsche Einschätzungen des Islamisten, der für einen einfachen Drogendealer gehalten wurde, führten dazu, dass Amri nicht aus dem Verkehr gezogen wurde und den Terroranschlag in Berlin begehen konnte. Zu diesem Ergebnis kommt der 1873 lange Bericht des Untersuchungsausschusses, der am Donnerstag im Bundestag beraten wurde. Verfolgt wurde die Debatte von Angehörigen der Opfer, die auf der Besuchertribüne saßen.

Der Frage, warum es nicht gelang, den Anschlag zu verhindern, ging der Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag mehr als drei Jahre nach. Er ließ sich Tausende Akten kommen, hörte sich in Sitzungen, die manchmal bis Mitternacht dauerten, insgesamt 180 Sachverständige und........

© Berliner Zeitung


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