menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Knackpunkt HSV: Wann endlich platzt der Knoten bei Union-Stürmer Ilić?

48 0
14.02.2026

Manchmal sucht man den Ausgangspunkt. Weil man sich die Frage stellt, wann alles begann, und man der Sache auf den Grund gehen möchte. Egal ob Gutes oder Schlechtes. Hat man etwas gefunden, fällt es leichter, das Gute fortzusetzen oder das Schlechte zu beenden. Ganz konkret ist beim 1. FC Union Berlin das Dilemma um Andrej Ilić. Fragt man den Serben, wann es mit seiner Seuche den Anfang nahm, dass er in diesem Spieljahr in der Bundesliga noch immer nicht getroffen hat, ist der Knackpunkt schnell ausgemacht: Alles begann gegen den Hamburger SV.

Rückblick: 28. September. Eine Woche nach dem 4:3-Spektakel bei Eintracht Frankfurt, als Ilić seinen Sturmkollegen drei Treffer aufgelegt hatte, selbst aber nicht zum erfolgreichen Abschluss gekommen war, sollte der Teamplayer belohnt werden. Früh im Spiel schon bekam er mit einem Elfmeter, den Rayan Philippe an Diogo Leite verursacht hatte, dafür die beste aller Gelegenheiten. Nur ging Ilićs Schuss nach hinten los. Oder besser: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes bekam seine linke Hand an den Ball. Dicke Chance auf das Tor vertan und wohl auch auf den Sieg, weil das Spiel 0:0 ausging.

Meister der Provokation: Der 1. FC Union Berlin erntet Kopfschütteln

Ob es bei einem erfolgreichen Versuch für Andrej Ilić besser gelaufen wäre, steht in den Sternen. Auf jeden Fall ist bei ihm seitdem der Wurm drin. Selbst allerbeste Chancen helfen nicht. Was der Angreifer auch unternimmt, ins gegnerische Tor bringt er die Kugel nicht. Das ist für ihn wie vernagelt. Und wenn es doch sperrangelweit offenstand, so wie in einer Szene beim 2:2 gegen Mainz, dem ersten Spiel im neuen Jahr, verfehlte er selbst den leeren Kasten. Im Frühjahr vorigen Jahres noch hätte Ilić diese Chance mit verbundenen Augen genutzt.

Manches ist im Verlauf des Spieljahres über Ilić und seine Ladehemmung gesagt und geschrieben worden. Von Hoffnung bis Kopfschütteln, vom guten Zureden bis zu Unverständnis, vom Vertrösten auf das nächste Spiel bis zur neuerlichen Ernüchterung und Enttäuschung ist alles dabei. Das Schlimme für ihn selbst aber ist, weil auch andere Torjäger dieses Gefühl kennen: Die vergebenen Gelegenheiten lassen einen nicht los. Das Kopfkino hat keinen Knopf, mit dem es........

© Berliner Zeitung