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Wie Julian Assange sich selbst ins Dilemma bringt

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01.04.2019

Wikileaks ist eine wertvolle und nötige Organisation. Dank den rund 500 Depeschen, die bisher aus dem Innern der amerikanischen Diplomatie nach aussen drangen, wissen wir deutlich mehr über die komplexen Aussenbeziehungen der USA. So können wir uns die Scharnierfunktion Saudiarabiens im Mittleren Osten besser erklären. Wir wissen um den bedenklich wackelnden Zustand Nordkoreas. Und besser als bis anhin erkennen wir, warum China die Rolle des Vermittlers nur bedingt wahrnehmen kann. Dass die afghanische Regierung bis ins Mark korrupt ist, ist eher Allgemeingut. Die Depeschen erhellen immerhin, wie stark angefault die Länder sind und mit welch unzuverlässigen Figuren sich die US-Aussenpolitik herumschlagen muss.

Was Wikileaks nicht leisten kann, ist das Einordnen dieser Fragmente und das Zusammenfügen zu einem Gesamtbild. Das tut auf der einen Seite das US-Aussenministerium und die Regierung – anderseits tun dies die Medien. Entgegen dem, was Julian Assange........

© Basler Zeitung