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Lob der Dissidenz

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01.04.2019

Die Lage der Alliierten im Mai 1940 war verzweifelt. Frankreich wankte, und Englands Expeditionskorps, das bei der Verteidigung von Europas Westen gegen Hitler hätte helfen sollen, befand sich auf der Flucht. Bei Dünkirchen, einer Stadt am Meer in Frankreichs Norden, hatte man sich verschanzt, in der Hoffnung, sich über den Kanal auf die Insel absetzen zu können, während die Deutschen näherrückten und der Kreis sich schloss. 300'000 alliierte Soldaten sassen untätig am Strand. Sie rauchten Zigaretten. Sie sahen jetzt schon aus wie Kriegsgefangene. Wird die Royal Navy sie evakuieren? Wenige glaubten das.

In diesen Stunden traf sich in London das Kriegskabinett, das aus fünf alten Männern bestand: Winston Churchill, der dicke, unbeliebte, neue Premierminister, Lord Halifax, Aussenminister, Neville Chamberlain, der ehemalige Regierungschef, der vergeblich versucht hatte, Hitler mit Territorien zu füttern, um ihn zu besänftigen; schliesslich Clement Attlee, der Führer von Labour, und sein Kollege Arthur Greenwood. Es waren dramatische Stunden. Drei Tage lang diskutierten, stritten, erwogen, erlitten die fünf Männer, was zu tun sei. Sollte England allein weiterkämpfen? Oder sollte man sich darum bemühen, dass Mussolini, der italienische Diktator, einen Waffenstillstand mit Hitler vermittelte?

Sein oder Nichtsein

Ian Kershaw, ein britischer Historiker und profunder Kenner des........

© Basler Zeitung