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Schicksalsfrage muslimische Zuwanderer

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01.04.2019

Ich habe in diesem Blatt den Islam und die Muslime mehrfach gegen krude Vorurteile verteidigt und kürzlich Bassam Tibi widersprochen. Mit seinem Beitrag vom 23. April unter dem Titel «Europa am Scheideweg»gehe ich jedoch vollkommen einig. Wie Europa mit der muslimischen Zuwanderung und dem hier gelebten Islam umgeht, wird unser Schicksal entscheiden.

Die unsägliche Ignoranz bezüglich des Islam bis in höchste Sphären unserer Politik ist der Hauptgrund für die Gefahr, die Europa droht. Christentum und Islam reiben sich seit 1400 Jahren aneinander. Rund 900 Jahre hatte die islamische Welt kulturell, wirtschaftlich und militärisch die Oberhand und eroberte den grössten Teil der einst christlichen Welt von Irak über die iberische Halbinsel und den Balkan bis vor die Tore Wiens. Dem Islam verdanken wir auch entscheidende Impulse für Renaissance und Aufklärung. Vor rund 500 Jahren wendete sich das Blatt. Bei der Rückeroberung von Iberien und dem Balkan vertrieben die Christen Millionen von Menschen, die zum Islam übergetreten waren. Schliesslich kolonisierten Frankreich und Grossbritannien praktisch die gesamte verbliebene islamische Welt.

Das Werk einer unheiligen Allianz

Trotz dieser intensiven und konfliktreichen Interaktion befasste man sich in Europa kaum mit dem Islam. Die sogenannte Islamwissenschaft blieb auf den akademischen Elfenbeinturm beschränkt und setzte sich vor allem mit der glorreichen Vergangenheit des Islam und kaum mit seiner heutigen Realität auseinander. Ihr Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Elite blieb gleich null. Deren Kenntnisstand des Islam war und ist........

© Basler Zeitung