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Von Debattenkultur kann bei der Bundestagswahl keine Rede mehr sein

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15.09.2021

Kurz vor der Bundestagswahl wird der Ton rauer und der Streit heftiger. Dem Journalismus kommt besonders jetzt eine enorme Verantwortung zu.

Manchmal möchte man schreien: Kommt alle mal wieder runter! Seid mal nicht so selbstgerecht! Man glaubt, schreien zu müssen, weil man das Gefühl hat, sonst nicht gehört zu werden – in den öffentlichen Diskussionen dieser Tage, die nicht nur auf Twitter schnell aggressiv geführt werden und für die zu gelten scheint: Auf sie mit Gebrüll!

Keine zwei Wochen vor der Bundestagswahl ist diese „Debattenkultur“ täglich zu beobachten, in den sogenannten sozialen Medien wie im „echten“ Leben, was sich ja nicht voneinander trennen lässt. Da wird aneinander vorbeigeredet, absichtlich missverstanden, mit Halbwahrheiten hantiert und Meinung gemacht.

Deutschland hat ein Problem. Und das reicht weit über die Aufgeregtheiten in Wahlkampfzeiten hinaus: Man weiß offensichtlich nicht (mehr), wie man vernünftig miteinander diskutiert. Ausreden lassen, argumentieren, zumindest versuchen, das Anliegen des Gegenübers nachzuvollziehen… Wenn nur noch Meinungen........

© Augsburger Allgemeine


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