Ole Book gibt jetzt bei seinem Herzensverein die Kommandos

Es ist schon ein bemerkenswertes Zeichen, das Ole Book aussandte, als er beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund den Posten des Sportdirektors übernahm. Denn den gleichen Job hatte er zuvor beim sehr viel kleineren Zweitligisten SV Elversberg ausgeübt. In seinem Vertrag dort hatte er sich aber eine ganz spezielle Ausstiegsklausel schreiben lassen. Die lautete sinngemäß: Wenn Dortmund ruft, darf ich diesem Ruf auch folgen. Weil besagter Book in Elversberg derart gute Arbeit leistete, kam der Ruf tatsächlich. Und Book machte von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch.

„Das war ganz bestimmt ein Zeichen von Selbstvertrauen“, sagte der danach. Und: „Ich habe das sicher irgendwann für eine realistische Möglichkeit gehalten. Das war natürlich ein Traum.“ Den BVB bezeichnete der 40 Jahre alte Münsterländer aus dem nur rund 60 Kilometer von Dortmund entfernten Beckum als seinen „Herzensverein“, den er nun zu neuem Glanz verhelfen soll. Dem Vorgänger Sebastian Kehl war das nicht mehr zugetraut worden. Book will sich nun „ganz schnell in die Arbeit schmeißen“.

Den Vornamen Nils ließ Book in Elversberg zurück

Idealerweise führen die in näherer Zukunft zum deutschen Meistertitel. Dem stehen allerdings die seit Jahren dominierenden Bayern entgegen. Book selbst wollte dann auch noch nicht über mögliche künftige Titel sprechen. „Träume kann jeder haben. Aber noch sind wir ein ganzes Stück davon weg“, sagte Book, der auch hinsichtlich seines Namens etwas klarstellte. „Den Nils habe ich vor über 30 Jahren höchstpersönlich abgeschafft. Den würde ich lieber weglassen“, sagte Book, der mit Vornamen offiziell eigentlich Nils-Ole heißt. Der Frühaufsteher führt wichtige Gespräche gern schon im Morgengrauen und hält sich mit Krafttraining und Laufeinheiten fit. Mit seiner Frau Britta er zwei Kinder.

Beruflich hatte er sich in Elversberg dadurch ausgezeichnet, über extrem gute Kontakte und eine feine Spürnase für Talente zu verfügen. Seine kreativen Ideen hatten zu den Toptransfers von Nick Woltemade, Fisnik Asllani, Younes Ebnoutalib und Paul Wanner geführt. Bei der SVE hatte sich der frühere Profi von Rot Weiss Ahlen, dem MSV Duisburg (mit dem er 2007 in die Bundesliga aufstieg) und der SV Wehen Wiesbaden vom Scout zunächst zum Sportdirektor und später zum Sportvorstand hochgearbeitet. Er führte die Saarländer von der Regionalliga in die Spitzengruppe der 2. Bundesliga. (mit dpa)

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