Statt soziale Medien zu verbieten, sollten wir sie besser machen
Statt soziale Medien zu verbieten, sollten wir sie besser machen
Das von dieser Zeitung geforderte Social-Media-Verbot für Jugendliche mag gut gemeint sein, doch es bringt viele schwerwiegende Nachteile mit sich, sagt Rahel Estermann, Co-Geschäftsleiterin Digitale Gesellschaft.
Sollen soziale Medien für Kinder verboten werden? Rahel Estermann ist dagegen.
Anna Wanner plädiert in ihrem Kommentar vom 29. August 2026 für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Die Sorge vor unsicheren und süchtig machenden Plattformen ist berechtigt, aber der Vergleich mit dem Rauchen ist nicht tragfähig. Beim Rauchen ist jede Dosis schädlich. Social Media haben hingegen viele positive Effekte, die wir alle kennen: sich vernetzen, Informationen und Gleichgesinnte finden, aktuelle Themen diskutieren.
Gleichzeitig wissen wir alle: Auf vielen Plattformen gibt es süchtig machende Elemente, um unsere Verweildauer zu maximieren. Es gibt dunkle Ecken. Vergleichbar mit einer Stadt: Auch sie ist ein wichtiger Ort des Austausches. Hat eine Stadt unsichere Gegenden oder steht der Dealer an der Ecke, machen wir die Gegend sicherer und gehen gegen den Dealer vor. Wir erlassen kein Zugangsverbot für Jugendliche, sondern lassen sie sich zurechtfinden und begleiten sie, wo nötig.
Genau das sollten wir auch auf Social Media........
