Also sprach der Burger |
Also sprach der Burger
Der Autor der Meiereien erzählt regelmässig eine aktuelle, ziemlich wahre oder gut erfundene Geschichte aus dem wirklichen Leben. Heute beschäftigt ihn ein Fast-Food-Erlebnis.
Ich ahnte, dass es unappetitlich enden würde. Es endet immer unappetitlich. Ich habe trotzdem wieder versucht, einen Burger zu essen. Eine existenzialistische Erfahrung.
Der Burger war fast so hoch wie breit. De Luxe mit Rindfleisch und allem. Ich packte ihn mit beiden Händen, spürte, wie die Barbecue-Sauce aus dem Sesambrötchen quoll, wollte herzhaft zubeissen. Doch da hörte ich den Burger, der leise zu mir sprach: «Willst du mich wirklich essen?», fragte er.
«Natürlich», sagte ich. «Ich habe Hunger und du siehst lecker aus. Ich habe dich bezahlt und du gehörst jetzt mir.»
«Ich werde meine Existenz verlieren und du deine Würde», warnte der Burger.
«Der Sinn deiner Existenz ist, gegessen zu werden», sagte ich und biss zu. Coleslaw glitt rechts aus dem Brötchen, links stürzte sich die Tomate in die Tiefe, die Sauce tränkte die Serviette und tropfte auf den Tisch.
«Und worin besteht der Sinn deiner Existenz?», fragte seufzend der Burger. Ich wollte nicht mit einem Burger über den Sinn meines Lebens diskutieren, also biss ich trotzig ein zweites Mal zu und erwischte diesmal auch etwas Fleisch. Allerdings fiel dabei der Burger noch ganz auseinander und plötzlich war mein linkes Brillenglas verschmiert.
«Du hast die Kontrolle verloren», spottete der Rest des Burgers.
Mir verging der Appetit. Die Finger waren schmierig, Hose und Hemd bekleckert. Die Gurke lag neben dem Teller. Da bemerkte ich, dass ich als Selbstgespräche führender, würdeloser Burgeresser, die Leute ringsum bestens unterhielt.
Der Autor der Meiereien erzählt regelmässig eine aktuelle, ziemlich wahre oder gut erfundene Geschichte aus dem wirklichen Leben. Mit der Kolumne von dieser Woche verhält sich das anders.
Der Autor der Meiereien erzählt regelmässig eine aktuelle, ziemlich wahre oder gut erfundene Geschichte aus dem wirklichen Leben. Diese Woche beschäftigen ihn Schlaglöcher – und deren allfälligen Beitrag zur Volksgesundheit.
Der Autor der Meiereien erzählt regelmässig eine aktuelle, ziemlich wahre oder gut erfundene Geschichte aus dem wirklichen Leben. Diese Woche beschäftigt ihn die Blitzerabzocker-Initiative – und seine Lieblingsgemeinde Schwaderloch.
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