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Brauchen wir schön langsam ein Täterschutzprogramm?

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16.11.2017

Was da auf dem Transparent gestanden ist, hat mich schon ein bissl irritiert: "#MeToo." Nein, nicht das. Das darunter: "survivors’ march." Was? Ein Marsch der Überlebenden der #MeToo-Kampagne? Ist das nicht eine Täter-Opfer-Umkehr, wenn jetzt plötzlich die geouteten Grapscher protestieren, weil sie dieser Hashtag ruiniert? Und wie können sie behaupten, sie hätten das überlebt? Die sind doch bestenfalls noch Zombies. Gesellschaftlich sind sie tot. (Oder nennt man das Galgenhumor?)

Ach so, es waren eh ihre mutmaßlichen Opfer, die auf die Straße gegangen sind. Konkret: auf den Hollywood Boulevard. Ich bin wieder beruhigt. Obwohl. Bei all der Hysterie drängt sich einem der Vergleich mit den Hexenprozessen von Salem auf. Oder auch nicht. Weil Hexen gibt’s ja nicht wirklich, Grapscher dagegen . . . Und die müssen........

© Wiener Zeitung