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Unser Menschenbild rational betrachtet

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13.01.2018

Ein uraltes Problem der Biologen – von Philosophen bereits im 12. Jahrhundert im weiteren Sinne als Universalienproblem abgehandelt – ist die Unmöglichkeit, Arten, auch Spezies genannt, zu definieren.

Es gibt immer mehr Begründungen dafür, weshalb der Begriff Art eine abstrakte Entität ist, ein menschliches Konstrukt. Weil lebende Organismen über Generationen hinweg unstetig, also transient sind, kann eine Definition, die immer nur mit einem unveränderlichen Abbild und einer festen Vorstellung in unserem Hirn verbunden sein kann, nie dauerhaft zutreffend sein. Jede Definition ist nur über eine Beschreibung der Eigenschaften möglich, für Lebewesen jedoch ändern sich diese Eigenschaften über die Zeit, sie evolvieren ständig. Unter dem Thema “The Species Problem” findet man übrigens unzählige Bücher und Abhandlungen zu dieser Problematik.

Früher wurde für jedes bekannte, unterschiedlich aussehende Tier eine Artbezeichnung, also eine Benennung, festgelegt, basierend auf seinem damaligen Aussehen (Carl von Linné 1707-1778).

Auch wenn das sog. Artproblem für viele uninteressant erscheinen mag, ist zu bedenken, dass es gleichermaßen die Menschenart betrifft. Auch da haben wir, vielleicht vor 10.000 Jahren, uns selbst eine Benennung gegeben, als wir sprechen gelernt haben. Jetzt benutzen wir diese Benennungen als Eigenschaft, wir sagen jetzt: “Wir sind Menschen.”

Wir zitieren gerne Schönes über uns von früheren Denkern und Philosophen, wie Descartes und Kant, die in einer Zeit lebten, als der Mensch noch als erschaffen galt und daraus geschlossen wurde, dass der Mensch etwas Höheres sei.

Die Klügeren überlebten

Wenn wir aber unseren Familienstammbaum weit genug zurückverfolgen, stoßen wir unabwendbar auf Vorfahren, die sehr viel einfachere Lebewesen waren als wir. Zwischen diesen Lebewesen und uns muss es eine ununterbrochene Reihe von Generationen geben. Wenn ein bestimmtes Baumbewohner-Pärchen sich damals nicht gefunden........

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