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Populismus: Von Gauland lernen?

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08.10.2018

Alexander Gauland bekennt sich in der "FAZ" zum Populismus. Das ist mutig.

Vom Autor und von der Zeitung. Populismus war in Deutschland bislang nichts, womit man sich schmückt. Und Gauland als Autor gefällt auch nicht jedem. Nicht mal in der "FAZ". Aber es lohnt sich, durch den sofort aufkommenden Empörungsnebel hindurch genau hinzusehen: Gauland hat nämlich einen klugen Text über die deutsche - und die westliche - Misere geschrieben. Aber aus seinen richtigen Gedanken zur Elitenkritik zieht er dann die falschen Schlüsse.

Wir leben in einer verurteilungsfreudigen Zeit. Es ist keineswegs mehr selbstverständlich, sich mit Gedanken zu befassen, die man ablehnt. Bei der AfD fällt das besonders schwer. Es handelt sich um eine rechte, in Teilen rechts-extremistische Partei. Sie lebt vom Ressentiment. Sie sät den Hass. Sie schürt die Furcht vor dem Islam und die Verachtung für die Muslime. Und sie gibt Holocaust-Verharmlosern und Antisemiten eine politische Heimat - auch wenn sich nun eine jüdische Gruppe in der AfD gegründet hat.

Aber mit all dem ist sie - jedenfalls wenn es um die Entwicklung geht - die zurzeit erfolgreichste Partei Deutschlands. Wenn der Chef dieser Partei seinen Erfolg analysiert, sollte man aufmerksam zuhören.

Gauland erklärt den modernen Populismus als Reaktion auf die........

© Spiegel Online