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Merkel gibt CDU-Vorsitz ab: Am Ende

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29.10.2018

Endlich hat sie es verstanden. Es geht nicht mehr. Zehn Prozent in Bayern, elf in Hessen, solche Verluste zertrümmern auch das Selbstbewusstsein der Union. Nun erfahren die Konservativen, wie vor ihnen die SPD, zu welchem Mahlstrom der Vernichtung eine Großen Koalition sich entfaltet. Die Große Koalition ist das Schwarze Loch der Politik. Alles wird zerrieben, übrig bleibt Nichts. Man kann nur beten, dass die in Berlin sich das merken werden.

Es war höchste Zeit. Was hätten die Wähler sonst noch machen sollen, damit die in Berlin begreifen: es ist vorbei? Tomaten ans Kanzleramt werfen? Diese Bundeskanzlerin ist über ihre Zeit hinaus im Amt geblieben. Das war ein schwerer Fehler. Und ein Zeichen unentschuldbarer Hybris. In der Krise - aber wann ist keine Krise? - hielt Angela Merkel sich für unersetzbar. Sie ist es nicht.

Es heißt, die Große Koalition sei für das zerstrittene Bild bestraft worden, das sie nach Außen abgebe. Aber warum? Der Denkzettel galt genauso dem Inhalt der Politik. Diesel, Kohle, Pflege - es gibt genug Gründe für Zorn. Darum waren die Wahlen in Bayern und Hessen viel mehr als Regionalwahlen - es waren Signale nach Berlin. Merkel hat sie endlich so verstanden. Andrea Nahles nicht.

Aber was versteht Andrea Nahles überhaupt? Was sie am Sonntagabend zeigte, war das Delirium der Macht. Alles was sie da sagte, vom "verbindlichen Fahrplan", von der "Halbzeitbilanz", nach der zu entscheiden sei, ob die SPD in der Koalition noch "richtig aufgehoben" sei, das war das elende Politikergerede, das die Leute nicht mehr hören wollen. Aufwachen Andrea! Es ist vorbei.

Ja, das Ende........

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