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Der Traum endet vor Gericht

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12.02.2019

Spaniens Medien sprechen von einem «Jahrhundertprozess». Auf jeden Fall ist es ein historisches Mammutverfahren, in dem der Unabhängigkeitskonflikt in der nordostspanischen Region Katalonien nun juristisch aufgearbeitet wird. Zwölf katalanische Separatistenführer müssen sich vor einer siebenköpfigen Strafkammer für die mutmasslich illegalen Unabhängigkeitsbeschlüsse im Herbst 2017 verantworten. Abspaltungsbeschlüsse, welche die in zwei politische Lager gespaltene Region und ganz Spanien in eine tiefe Krise stürzten. Zugleich hielt der Konflikt im Herbst 2017 wochenlang die Welt in Atem und setzte eine europaweite öffentliche Debatte darüber in Gang, ob sich die Region Katalonien so einfach von Spanien lossagen darf.

Im gerichtlichen Nachspiel geht es weniger um den Traum von der Unabhängigkeit, sondern um den konkreten Vorwurf, dass die Anführer der Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanische Verfassung und andere Gesetze verstossen haben. Zugleich gilt das Verfahren als Prüfstein für die Demokratie Spaniens. Denn die Angeklagten sehen sich als Opfer eines «unfairen und politischen........

© Solothurner Zeitung