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Making China Great Again

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13.01.2018

Donald Trump inszeniert den weltpolitischen Rückzug Amerikas. Die Chinesen wollen nun zur neuen globalen Führungsmacht werden. Kann ihnen das gelingen?

2016 fürchteten die Chinesen, dass Donald Trump das Rennen machen würde. Sie sahen in ihm einen gefährlichen Gegner. Ende Jänner 2017, also vor einem Jahr, entspannte man sich in Peking. Trump hatte seine düstere „Amerika-zuerst“-Inaugurationsrede gehalten und kurz darauf den Transpazifischen Handelspakt TPP, den die USA nach zwölf Jahren Verhandlungen mit mehreren asiatischen und südamerikanischen Staaten unter Ausschluss von China geschlossen hatten, gekündigt. Die Stimmung in der Pekinger KP-Führung, so wird kolportiert, soll damals regelrecht ausgelassen gewesen sein. Man möge es nicht laut sagen, meinte General Jin Yinan auf einer Parteikonferenz. Aber klar sei: „Trump hat uns ein gewaltiges Geschenk gemacht.“ Und Jin beendete seine Wortmeldung euphorisch: „Amerika zieht sich von der Weltbühne zurück, jetzt kommt China.“

Wie recht der General mit dem ersten Teil dieser Aussage hatte, zeigte sich im Laufe des Jahres erst so richtig. Da hat Trump nicht nur TPP gekündigt. Nafta, das Abkommen mit Kanada und Mexiko sollte neu verhandelt werden. Alle Bündnispartner stieß er vor den Kopf: Die NATO bezeichnete er schon mal als „obsolet“. Er machte auch Schluss mit der traditionellen amerikanischen Unterstützung der europäischen Einigung: Den........

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