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Erbschaftssteuer auf den Doktortitel?

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03.11.2018

In Österreich wird gerne über den niedrigen Anteil von Arbeiterkindern an den Hochschulen geklagt. Das wahre Bildungsdrama wird hingegen konsequent ignoriert.

Der Befund dreht sich seit Jahren im Kreis: Österreich gibt überdurchschnittlich viel Steuergeld für Bildung aus, die Leistungen der Schüler bei internationalen Vergleichstests sind hingegen höchst durchschnittlich. Hinzu kommt, dass hierzulande noch immer das Elternhaus über den Bildungsstand der Kinder entscheidet, wie Medien immer wieder beklagen. „Bildung wird in Österreich überdurchschnittlich vererbt“, hieß es vergangene Woche etwa im „Standard“. Hinter Schlagzeilen wie diesen steht der aktuelle Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Österreich einmal mehr als Land der fehlenden Aufstiegschancen kritisiert.

Aber wie ist es möglich, dass in einem gut ausgebauten Wohlfahrtsstaat Bildung noch immer vererbt wird? In einem Land, in dem es kein Schulgeld gibt, der Zugang zu den Hochschulen seit Jahrzehnten frei und das Studium weitgehend kostenlos ist? Eine Erklärung findet sich in der Messmethode der OECD, für die es auf der Bildungsleiter nur drei Sprossen gibt: Ganz unten den Pflichtschulabschluss, ganz oben den Hochschulabschluss und auf der mittleren Stufe alles, was dazwischen liegt. Das hat zur Folge, dass etwa ein Kind mit........

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