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Relotius ist nicht überall

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12.01.2019

Leitartikel: Eine Geschichte von Fälschungen und Übertreibungen.

Die Titelseite des „Spiegel“ vom 22. Dezember 2018 trägt in fetten Buchstaben auf orangem Untergrund die Zeile „Sagen, was ist“. Das ist der Werbeclaim des deutschen Nachrichtenmagazins. In diesem Fall signalisiert der Satz jedoch eine Selbstanklage: „Der Spiegel“ berichtete in der letzten Ausgabe des vergangenen Jahres von einem Fälschungsskandal in den eigenen Reihen. Der „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius hätte in zumindest 14 von rund 60 Geschichten, die zwischen 2011 und 2018 veröffentlicht worden waren, Begebenheiten, Orte, Zitate und Gesprächspartner erfunden oder verfälscht dargestellt. Das war eine erste Bilanz der Redaktion, die weitere Aufklärung versprochen und eine Untersuchungskommission eingesetzt hat.

Die Aufregung war und ist also groß. Wie konnte der 33-jährige Reporter seine Artikel an der berüchtigten „Spiegel“-Dokumentationsabteilung vorbeischummeln, warum wurden die Geschichten mit Auszeichnungen überhäuft? Was bedeutet der Skandal für den Journalismus, was für profil?

Dieser Artikel stammt aus profil 3/2019. Das aktuelle Heft können Sie im Handel oder als E-Paper erwerben.

Beginnen wir mit profil! Relotius hatte nämlich nicht nur im „Spiegel“ veröffentlicht, sondern zuvor schon als freier Journalist in vielen anderen Medien. Wie von uns berichtet auch in diesem:........

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