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Im Theater der Albträume – so ist Roger Federers Wimbledon-Aus einzuordnen

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12.07.2018

Läufer kämpfen nebeneinander, Boxer Faust gegen Faust, Skifahrer nacheinander und gegen die Uhr. Tennis aber ist ein Duell auf Distanz, dessen Ausgang bis zum letzten Schlag, bis zum letzten Punkt ungewiss ist. In dieser Unberechenbarkeit liegt beides zugleich: Schönheit und Grausamkeit. Und es sorgt zuweilen dafür, dass es kaum eine schlüssige Antwort gibt, weshalb der eine als Sieger und der andere als Verlierer vom Platz geht.

Nach 26 Minuten gewinnt Roger Federer im Viertelfinal von Wimbledon den ersten Satz gegen den Südafrikaner Kevin Anderson (32, ATP 8) mit 6:2. Nach 2:17 Stunden hat der er Matchball. Boris Becker sagt: «Roger ist einzigartig. Sein Spiel, seine Persönlichkeit, sein Umfeld. Sein Spiel ist wie ein Schatz. Wenn du ihn spielen siehst, passiert immer etwas Spezielles.» Es passiert etwas Spezielles.

Roger Federer verliert. Mit 6:2, 7:6, 5:7, 4:6, 11:13. Nach 4:14 Stunden. Erst zum fünften Mal in seiner Karriere, nachdem er die ersten beiden Sätze für sich entschieden hat. Gegen einen Gegner, gegen den er in vier Duellen noch nie einen Satz hat abgeben müssen. Obwohl er fünf Punkte mehr gewann (195:190) als Anderson. Und es ist, wie es wohl sein muss nach........

© Oltner Tagblatt