We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Äthiopien am Scheideweg

5 0 13
11.02.2019

In seinem Kommentar vom 24. Januar argumentiert Fabian Urech, dass die Übernahme des chinesischen Wachstumsmodells in Äthiopien auf Kosten der Menschenrechte vorangetrieben worden und daher gescheitert sei. Er wirft dabei OECD-Staaten, die den Wachstumskurs des vorherigen autoritären Regimes finanziell unterstützt haben, indirekt eine Mitverantwortung für Menschenrechtsverletzungen vor. Die gegenwärtigen Gewaltausbrüche und ethnischen Säuberungen in gewissen Regionen der Oromos und der Amharas betrachtet er als Resultat der vorherigen Repression. Dieser Argumentation würden die direkt Betroffenen in Äthiopien wohl kaum überall beipflichten.

Der gegenwärtige Ministerpräsident Abiy Ahmed kam nicht von aussen, um aufzuräumen, er kam vielmehr aus dem inneren Zirkel der Regierung. Diese war keineswegs ethnisch und weltanschaulich homogen – und es waren auch nicht alle korrupt und menschenrechtsfeindlich. Wie Urech feststellt, hatte........

© Neue Zürcher Zeitung