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Ethikkommissionen sind Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden

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14.09.2017

Forschungsethik-Kommissionen sind ein Routinebestandteil der Forschung am Menschen geworden. Der Ethik-Review ist ein Standardelement im Zeitplan und im Budget von Projektvorhaben. Motiviert war die Entwicklung der Ethikkommissionen nicht zuletzt durch Skandale, die (neben bemerkenswerten Durchbrüchen und Errungenschaften) die Forschung immer wieder erschüttert haben. Der massive Missbrauch während der Zeit des «Dritten Reiches» und etliche Forschungsskandale in den USA und andernorts führten dazu, dass die Begutachtung von Forschungsprojekten durch Ethikkommissionen in internationalen Deklarationen und zunehmend auch in nationalem Recht verankert wurde. Das 2011 beschlossene Humanforschungsgesetz (HFG) sieht eine Bewilligungspflicht vor, deren Missachtung Geld- oder Gefängnisstrafen nach sich ziehen kann.

Für Forschende bedeutet dies einerseits einen zusätzlichen Aufwand durch Ethikanträge, andererseits aber auch Entlastung und Absicherung. Das zustimmende Votum einer Ethikkommission kann gegenüber potenziellen Forschungsteilnehmern als vertrauensbildende Massnahme dienen. In den letzten Jahren war seitens der Forschenden wie auch der........

© Neue Zürcher Zeitung