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Der Mord am Bürgermeister von Gdansk war kein politischer Anschlag, aber auch kein Zufall im aufgeheizten Klima Polens

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21.01.2019

Einen Moment lang hielt Polen inne, vereint in der Trauer um den vor gut einer Woche beim Auftritt an einer Wohltätigkeitsgala erstochenen Bürgermeister von Gdansk (Danzig), Pawel Adamowicz. In den letzten Tagen haben Zehntausende dem erst 53-jährigen Familienvater die Reverenz erwiesen – in Schweigemärschen, mit Blumen und Kerzen oder einem Eintrag ins Kondolenzbuch. Dabei sitzt der Schock nicht nur in Gdansk tief, dieser für die demokratische Wende in Polen symbolträchtigen Stadt, zu der ihr langjähriger Bürgermeister so gut passte. Im ganzen Land kamen die Menschen zusammen, was sich nicht nur mit der Trauer um einen populären Politiker erklären lässt. Vielmehr waren es kraftvolle Kundgebungen gegen den Hass, der Polens Politik vergiftet und den viele für Adamowiczs gewaltsamen Tod verantwortlich machen. Der Appell für eine neue politische........

© Neue Zürcher Zeitung