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Glauben statt wissen – Religionen bergen eine andere Art von Erfahrung

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12.07.2018

Wenn nur diese Religionen nicht wären, dann wäre es viel friedlicher auf der Welt . . . Diesen Satz hört oder liest man nicht selten. Vor allem wenn Religion in Zusammenhang mit Gewalt auftritt. Viele Menschen sehen sich dann darin bestätigt, dass es besser sei, die Finger von der Religion zu lassen und religiösen Menschen mit Vorbehalt zu begegnen. Religion, die sich unerklärbar und unkontrollierbar zeigt, ist für viele Menschen in der Schweiz bedrohlich und stammt aus einer anderen Welt und Zeit. Denn wir sind es gewohnt, alles erklären zu können. So soll es auch bei der Religion sein: Wir wollen, dass die Religion organisiert und erklärbar wird und sich einfügt in unser weltanschauliches System.

Es stellt sich jedoch die Frage: Was ist unser weltanschauliches System, dem sich die Religion unterzuordnen hat? – Ein Demokrat wird sagen: Die Mehrheit bestimmt, was unser weltanschauliches System ist. Der Historiker: Die Geschichte bestimmt, was unser weltanschauliches System ist. Es fallen oft Schlagwörter wie «abendländische Werte», «Aufklärung und Moderne», «Demokratie» oder «wissenschaftliches Weltbild». Ja, Religion soll sich dem wissenschaftlichen Weltbild unterordnen. Erkenntnisse, die von der Wissenschaft abgesichert sind,........

© Neue Zürcher Zeitung