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Sicherheitspolitik: weg vom «Killer-Roboter»

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12.01.2018

Mit mörderischer Präzision jagen bewaffnete, autonome Kleindrohnen Menschen. Dieses Video des amerikanischen Future of Life Institute ist Ausdruck der sich verstärkenden internationalen Debatte zur Regulierung sogenannter Lethal Autonomous Weapon Systems (LAWS) – ein Thema, zu dem sich jüngst Experten und Regierungsvertreter in Genf getroffen haben. Ein von Nichtregierungsorganisationen angestrebtes Verbot von LAWS wurde am Treffen nicht ausgesprochen – zu viele grundlegende Fragen sind offen. Doch ist der Fokus auf «Killer-Roboter» überhaupt hilfreich, um die relevanten ethischen Fragen autonomer Technologien zu diskutieren?

Vom Standpunkt der Kampagneorganisationen ist diese Frage zu bejahen. Man bedient sich des reichen Fundus dystopischer Science-Fiction sowie der Grundängste des Kontrollverlustes. Sie führen dem Menschen drastisch vor Augen, was ihm blühen könnte, wenn Maschinen die Macht übernehmen. Doch so eingängig das Bild ist: Es verzerrt die Problemlage und lenkt von wichtigeren ethischen Fragen ab, welche die Anwendung autonomer Technologien im Militär und anderswo stellt.

Der autonome Killer-Roboter führt die Debatte in dreifacher Hinsicht auf eine falsche Fährte. Erstens sind die technischen Probleme, die für das Erreichen umfassender Autonomiefähigkeiten gelöst werden müssen, enorm komplex –........

© Neue Zürcher Zeitung