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Mehr Ehre für die Lehre – die Universitäten sollten ein Ort produktiver Unruhe sein

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12.10.2018

In der Universität gibt es derzeit eine grosse Erzählung: jene vom Defizit der Lehre. Marginalisiert sei diese, ein Vorrang der Forschung nehme ihr alle Luft. Wo man hinhört, herrscht ein kritischer Grundton. Allein, der Entwicklung der Hochschullehre wird die vielstimmige Defizitdiagnostik nicht gerecht, ist es innert rund vierzig Jahren in Deutschland und der Schweiz doch zu einer weitreichenden Expansion von Hochschulen, Fakultäten und Studien gekommen.

Ein prominentes Indiz dafür bietet die Aufwertung höherer Lehranstalten zu Fachhochschulen, die sich fortwährend im Ausbau befinden. Hochschulen haben viele Anstrengungen unternommen, auf eine stark wachsende, auch politisch lancierte Nachfrage differenziert zu antworten. Dabei ist es der Universität gelungen, mit Vorlesung und Lehrgespräch (Seminar) ihren originären Bildungscharakter zu wahren. Neben neueren Unterrichtsmethoden und Beratungsstellen in den Hochschulen bieten Fachverbände weitere Unterstützung. Der akademische Nachwuchs dürfte den Unterricht heute intensiv reflektieren; gerade er ist mit sehr heterogenen Lernständen der Maturanden konfrontiert.

Grob lassen sich drei Typen der didaktischen Defizitbeschreibung unterscheiden. Aus methodischer Richtung wird erstens........

© Neue Zürcher Zeitung