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Japan ist heutzutage ähnlich verunsichert wie vor der Meiji-Restauration

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12.10.2018

Das Tokugawa-Shogunat, sprich die feudale japanische Samurai-Regierung, die über 260 Jahre in Japan regiert hatte, verzichtete im November 1867 auf die Macht und gab dem Kaiser die gesamte Regierungsverantwortung zurück. Im darauffolgenden Jahr wurde eine neue Regierung gebildet, und die Meiji-Epoche nahm ihren Anfang. Japan begann in der Folge sehr rasch die Errungenschaften westlicher Länder einzuführen. Die Umwandlung des Feudalstaates in ein westlich orientiertes Land wurde durch die Entmachtung der Samurai-Krieger, nicht durch einen Aufstand der unteren sozialen Klassen vollzogen. Es war gleichzeitig das Ende einer Ära, in der die Samurai als Elite über 700 Jahre regiert hatten.

Der Samurai gehörte der obersten sozialen Schicht an, darunter folgten Bauern, Handwerker und Händler. Das Klassensystem wurde nach der Meiji-Restauration abgeschafft, was viele Samurai zwang, sich einen neuen Beruf zu suchen. Angesichts der Übermacht westlicher Länder machten sich vor allem die Samurai auf dem Land grosse Sorgen. Sie bekamen mit, wie die Briten Indien kolonialisierten und die chinesische Qing-Dynastie nach dem Opiumkrieg zum Spielball der imperialistischen westlichen Mächte wurde.

Um als starke Nation mit den westlichen Mächten gleichzuziehen, war Japan bereit, einen Teil seiner uralten Traditionen zu zerstören.

Um........

© Neue Zürcher Zeitung