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Suizidhilfe: Ein höchst persönlicher Entscheid

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12.02.2019

Die Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) hat die Suizidhilfe Mitte vergangenen Jahres bei Vorliegen von subjektiv unerträglichem Leiden als zulässige und freiwillige ärztliche Tätigkeit festgelegt. Doch dieser Entscheid stiess bei der Ärztekammer des Berufsverbands der Schweizer Ärzte (FMH) auf Ablehnung: Sie entschied im Oktober, die neuen medizinisch ethischen Richtlinien «Umgang mit Sterben und Tod» nicht in ihre Standesordnung aufzunehmen. Das ist bedauerlich und unverständlich. Denn Suizidhilfe ist rechtlich und ethisch zulässig, und die Richtlinien ordnen sie explizit als freiwillige ärztliche Tätigkeit ein.

Mit ihrem Entscheid hat es die FMH-Ärztekammer verpasst, einen Paradigmawechsel zu vollziehen: weg vom paternalistischen Erlauben der Ärzte hin zum empathischen Gespräch und zur Respektierung der Autonomie des Patienten. Falls ein Arzt ein unerträgliches Leiden als Folge schwerer Erkrankung oder fortdauernder funktioneller Einschränkungen nachvollziehen und Suizidhilfe mit seinem ärztlichen Ethos vereinbaren kann, so gibt es wahrlich keinen rationalen Grund, ausgerechnet ihm als Gatekeeper zu Arzneimitteln die Verordnung eines sicheren und humanen Sterbemittels untersagen zu........

© Neue Zürcher Zeitung