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Unternehmen unter Generalverdacht

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11.10.2018

Kürzlich hat der Bundesrat uns, die wir im Stiftungsrat einer gemeinnützigen Stiftung sitzen, unterstellt, wir seien Waffenhändler, und mit Bussen bis zu 100 000 Franken gedroht. Wir waren sehr erstaunt. Auch unsere Revisionsstelle sagte, nach Durchsicht der Bücher sei sie der Meinung, wir handelten nicht mit Waffen, aber gemäss Bundesrat würden wir eben trotzdem neuerdings als Waffenhändler behandelt.

Wer glaubt, das sei eine absurde Situation, hat recht. Wer glaubt, sie sei erfunden, irrt sich – er muss nur «Waffenhändler» durch «Derivatehändler» ersetzen. Wir werden als Derivatehändler behandelt, ob wir es sind oder nicht – gestützt auf ein neues Gesetz mit dem schönen Titel «Bundesgesetz über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel», kurz Finanzmarktinfrastrukturgesetz (Finfrag).

Das Problem kündete sich schon mit diesem ungelenken Titel an. Wir waren einmal stolz auf........

© Neue Zürcher Zeitung