We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

Bagatellen in Spitalambulatorien: Notfälle über das Portemonnaie lenken

7 1 0
27.07.2017

Aus der Sicht des Patienten ist die Situation ideal: Egal ob er ein undefinierbares Ziehen im Unterbauch verspürt oder ob er einen Herzstillstand erleidet, in der Notfallaufnahme des nächsten Spitals ist er in besten Händen. Dort wird ihm buchstäblich in jedem Fall geholfen, denn es darf niemand abgewiesen werden. Diese immer stärker überlaufenen Institutionen nennen sich zwar noch Notfallstationen, aber in den letzten Jahren sind sie immer mehr zu eigentlichen Rundum-sorglos-Praxen geworden. Mit leichten Verletzungen und Beschwerden wie Grippesymptomen, die ebenso gut vom Hausarzt, in einer Permanence oder sogar in einer Apotheke behandelt werden können, rennen die Leute in die Notaufnahme. Dort erwarten Patienten und Pseudopatienten, dass ihnen ein 24-Stunden-Service geboten wird, für den sämtliche verfügbaren Mittel wie MRI, Ultraschall und sonstige Hightech-Geräte eingesetzt werden können.

Es ist die schiere Menge solcher Konsultationen, die die Klinken zu überfordern droht.........

© Neue Zürcher Zeitung