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Freund oder Feind?

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14.06.2018

Meines Freundes Feind ist oft mein bester Freund«, so heißt ein altes deutsches Sprichwort. Eine arabische Redewendung spricht davon, dass der »Feind meines Feindes mein Freund ist«. Kompliziert? So steht es um das Verhältnis der traditionellen Verbündeten. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ist alles anders – oder auch nicht. Und Israel steckt mittendrin im Schlamassel.

Netanjahu und Trump sind engste Verbündete, immer wieder betont Netanjahu, dass das Verhältnis zu den USA nie besser gewesen sei. Auch privat verstehen sich die beiden Politiker blendend. Trumps Beziehungen zu seinen europäischen Verbündeten aber lassen – gelinde gesagt – zu wünschen übrig. Gerade hinterließ er beim G7-Treffen einen diplomatischen Scherbenhaufen, lud Russlands Präsident Wladimir Putin ein, der Runde wieder beizutreten, und ging jetzt auf Kuschelkurs mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-un.

Rhetorik Über Justin Trudeau, den Regierungschef des (eigentlich) engsten Verbündeten und nächsten Nachbarn der USA, Kanada, sagte Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro, er verdiene einen »besonderen Platz in der Hölle«. Trump selbst bezeichnete Trudeau als »schwächlich und unehrlich«, nachdem dieser über die amerikanischen Zölle gesprochen hatte.

Selbst eingefleischte Trump-Anhänger zeigten sich im Fernsehen verwundert ob dieser harschen Worte. Kommentatoren von MSNBC meinten geschockt, dass derartige Rhetorik von westlichen Staatsmännern lediglich gegen Feinde im Extremfall, etwa im Krieg, benutzt werde. Wenige Stunden zuvor noch hatte........

© Juedische Allgemeine