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Der Vorreiter

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14.06.2018

Er ist unkonventionell, unauffällig, bescheiden. Und man könnte ihn fast für einen seiner Studenten halten: Giorgos Antoniou ist 44 Jahre alt, wirkt in Jeans, Sweatshirt und leichtem Schuhwerk aber eher wie einer, der noch nicht vorhat, mit dem Lernen aufzuhören. Und das will er auch nicht. Im Gegenteil – der studierte Historiker hat in den vergangenen Jahren, seit man ihm den Lehrstuhl für die jüdische Geschichte Griechenlands anvertraut hat, seine Forschungen intensiviert.

Nicht ohne Grund gehören seine Seminare derzeit zu den beliebtesten der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Die Menge der Studierenden sprengt regelrecht den Hörsaal. Viele der Studenten sind in Thessaloniki geboren, wussten aber bis vor Kurzem nicht, dass Juden so überaus viel Geschichte in ihrer Heimatstadt geschrieben haben. Der Lehrstuhl, der erst vor zweieinhalb Jahren eingerichtet wurde, bietet viel interessanten Stoff. Zuletzt sprach Antoniou über die künstlerische Verarbeitung des Genozids in der Malerei. Griechische Schulbücher schreiben darüber nichts.

familie Giorgos Antonious Familie stammt aus der nordwestgriechischen Kleinstadt Kastoria, doch geboren wird er 1973 in Thessaloniki. Dort studiert er Geschichte und erhält später ein........

© Juedische Allgemeine