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Die Not der frühen Jahre

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14.06.2018

Alles begann mit David Ben Gurion. Die Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland hatte mit ihrer jüngsten Konferenz die Geschichte um die Staatsgründung Israels in den Fokus gestellt und dafür zu Beginn ausführlich das Wirken des ersten Ministerpräsidenten des Landes beleuchtet. Bereits seit 1935 führte er als Vorsitzender der Jewish Agency die jüdische Gemeinschaft im britischen Mandatsgebiet Palästina. Zuvor hatte er auch schon die Arbeitspartei und den Gewerkschaftsbund Histadrut geleitet.

Höhepunkt von Ben Gurions Laufbahn aber war der 14. Mai 1948. An diesem Tag verkündete er gegen den Widerstand einiger Skeptiker in den eigenen Reihen die Unabhängigkeitserklärung und proklamierte den Staat Israel.

streit »Wie alles begann …«, unter diesem Titel hatte die Bildungsabteilung eingeladen, und rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dafür ins Frankfurter Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum ge­kommen, mehr als je zuvor. »Der Israel-Bezug der Diaspora ist da«, freute ich Sabena Donath, Leiterin des Programms. Dessen wissenschaftlicher Direktor, Doron Kiesel, forderte zum Streit und Ringen um die Wahrheit auf.
Konfrontationen blieben allerdings aus, bloß ein leises Murren gab es, als der bekannte israelische Historiker Tom Segev behauptete, David Ben Gurion habe keinerlei Humor besessen. Der zionistische Traum sei der Inhalt seiner Persönlichkeit gewesen. Alle anderen Lebensziele, nicht zuletzt das Streben nach privatem Glück, hatten sich dem unterzuordnen.

Der 1886 als David Josef Grün im polnischen Plonsk geborene Ben Gurion ist heute, 45 Jahre nach seinem Tod, in Israel populärer als........

© Juedische Allgemeine