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Auszug aus Europa

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14.09.2017

Benjamin Gruszka ist ein hoffnungsfroher Mann, einer, der sich nicht leicht erschrecken lässt. Und er ist einer, der viel Vergnügen daran hat, Menschen, die ihm nicht wohlgesinnt sind, immer wieder zu entwischen. Seien es polnische Antisemiten in seiner Warschauer Jugendzeit, seien es die deutschen Nazis, als sie am 1. September 1939 Polen überfielen und damit Benjamin Gruszkas bis dahin fast glücklicher Jugend ein jähes Ende bereiteten. Damals, als er erst 14 Jahre alt war. Oder seien es 1947 britische Soldaten, die die Juden, die vor den Gräueln der Schoa, vor den grausamen Erinnerungen an die Todeslager der NS-Schergen auf dem Schiff »Exodus 1947« ins damalige Palästina fliehen und endlich einen eigenen, einen jüdischen Staat gründen wollten.

Doch die Briten, die das Mandat über die Region Palästina hatten, fürchteten eine Destabilisierung der Region durch die Araber, wenn zu viele Juden ins Land kämen. Sie enterten die Exodus in Haifa und schickten das 127 Meter lange Schiff, ehemals der US-Amüsierdampfer »President Warfield«, den die jüdische Untergrund-Organisation Haganah für 5000 Menschen umgebaut hatte, mit 4500 Menschen zurück aufs Meer. Eine unendliche Odyssee begann. Die Exodus landete, immer flankiert von britischen Deportationsschiffen, am 8. September 1947, morgens um 6 Uhr, im Hamburger Baakenhafen.

Lager Doch die Menschen wollten nicht von Bord. 300 britische Soldaten trieben sie mit Gewalt, mit Schlagstöcken und Gummiknüppel, mit Wasserschläuchen und Tränengas von den Planken, verfrachteten sie auf Lkws und in........

© Juedische Allgemeine