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Trauer um Susanna

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14.06.2018

Rabbiner Aharaon Ran Vernikovsky wirkt äußerlich gefasst, und dennoch muss er eingestehen: »So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt und möchte es auch nie wieder erleben.« Ein junges Mitglied seiner Gemeinde, Susanna F., ist vergewaltigt und ermordet worden. Am Mittwoch vergangener Woche fand die Polizei ihre Leiche in einem schwer zugänglichen Gelände an einem Bahndamm bei Wiesbaden-Erbenheim. »Es ist eine Tragödie für die Familie, aber auch für uns alle«, sagt Vernikovsky.

Im Schabbatgottesdienst sei er auf die Schreckenstat eingegangen, sagt der Rabbiner. Wie man damit umgehe, das könne er jedoch nach wie vor nicht sagen. »Ich weiß nicht, ob es für so etwas überhaupt die richtigen Worte gibt«, sagt Vernikovsky. »Hier ist ein Punkt erreicht, wo der Rabbiner mit seinem normalen Wissen, mit seinem normalen rabbinischen Werkzeug überfordert ist. Wo Menschen mit Fachwissen helfen müssen. Aber trotzdem versuche ich, versuchen wir nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen, wo wir können.«

mutter Derzeit sei es wichtig, einfach da zu sein. Vernikovsky ist im ständigen Kontakt mit der Mutter und der Großmutter der getöteten Susanna F. sowie ihrer jüngeren Schwester. Vom Gemeindezentrum in der Mainzer Neustadt fährt er immer wieder zu der Familie.

Als eher unauffällig beschreibt der Gemeinderabbiner die Jugendliche. Ab und zu seien ihre Mutter und ihre Großmutter, die vor einigen Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion zugewandert sind, zu Veranstaltungen in die Gemeinde gekommen. Im Jugendzentrum habe er Susanna nicht erlebt. Die Gemeinde, Freunde und Bekannte sind fassungslos über den Tod der 14-Jährigen und zeigen viel Solidarität.

»Die Menschen rufen nicht nur bei uns in der Gemeinde an, sondern auch........

© Juedische Allgemeine