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Afrika ist der Langzeit-Machthaber leid

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12.02.2019

Wahlen sind in Afrika oft ein zweischneidiges Schwert. Statt die Demokratie zu vertiefen und für geordnete politische Verhältnisse zu sorgen, sind sie meist eine Quelle von Zwietracht und Gewalt. Immerhin erfüllen sie inzwischen mehr als früher ihren Zweck: Während zwischen dem Beginn der Unabhängigkeit der früheren afrikanischen Kolonien um 1960 und dem Ende des Kalten Krieges dreissig Jahre später nahezu kein einziger Herrscher friedlich an der Wahlurne abgelöst wurde, sind seitdem mehr als drei Dutzend afrikanischer Staatsführer oder Regierungsparteien von den Wählern aus dem Amt geworfen worden. Mehrparteiensysteme sind auf dem Kontinent inzwischen weit stärker verbreitet als der lange Zeit weitherum übliche Einparteistaat.

Trotz der insgesamt nunmehr oft freieren Wahlen hat sich das Umfeld für eine stärkere Teilhabe der Zivilgesellschaft kaum verbessert. Im Gegenteil: Die jüngsten Wahlen in Simbabwe oder in der Demokratischen Republik Kongo haben den politischen Raum für die Opposition weiter eingeengt, wie aus dem aktuellen Bericht der Mo-Ibrahim-Stiftung hervorgeht, die darin alle afrikanischen Staaten nach Kriterien wie Rechtssicherheit oder Menschenrechte bewertet.

Zu viele alte Staatschefs

Dass die Fortschritte wieder einmal nur sehr gering sind, liegt unter anderem daran, dass Afrika noch immer zu viele alte Staatschefs hat, deren Verfallsdatum längst überschritten ist. Das Durchschnittsalter ist ständig gestiegen – von 52 anno 1980 auf nun 66. Dies liegt nicht nur daran, dass sie länger leben, sondern dass in Afrika, wo der Respekt vor dem Alter gross ist, politische Parteien oft von älteren Patrons........

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