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Von Merkel IV Aufbruchstimmung zu erwarten wäre fast unfair

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12.01.2018

Ein Wunschkind ist die Große Koalition nicht. Union und SPD mühen sich nur aus einem Grund um einen Pakt: weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Das Alternativprogramm wurde noch vor der Aufführung abgesetzt: Das schwarz-grün-gelbe Jamaikabündnis lief nach vier Sondierungswochen auf Sand, die FDP ging von Bord. Erst danach nahmen die Sozialdemokraten, die sich nach ihrem Wahldesaster am 24. September (und auch noch in den ersten Stunden nach dem Jamaika-Schiffbruch) ohne Not, Wenn und Aber auf die Oppositionsrolle festgelegt hatten, wieder das Koalitionskreuz auf sich.

Eine Neuwahl wollte der bisweilen etwas desorientierte SPD-Kapitän Martin Schulz nicht riskieren; denn dies hätte seinen sicheren Untergang bedeutet und seiner Partei am Ende wohl erst recht wieder die trübe Aussicht beschert, als Juniorpartner bei Angela Merkel anheuern zu müssen. Also tritt Schulz den Dienst an Deck des Staatsschiffs lieber gleich an. So kann er wenigstens seine Haut und auch noch ein Ministeramt für sich retten, wenngleich er im Wahlkampf angekündigt hat, nicht........

© Die Presse