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Die Zeit ist reif

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12.01.2019

Es gab Jahre, da fuhr Tom Stauffer die kurvenreiche Strasse von Frutigen nach Adelboden hoch und wusste: Es droht Ungemach. Der Schweizer Cheftrainer musste der Medienschar dann erklären, wann endlich der erste Podestplatz für seine Equipe folgen würde. Und die Auftritte am Chuenisbärgli halfen ihm dabei wenig. Weil sich die Schweizer hier seit Jahren schwertun. Den letzten Podestplatz im Riesenslalomklassiker gab es 2008, vor Jahresfrist bedeuteten die Ränge 11 (Justin Murisier), 13 (Gino Caviezel) und 19 (Elia Zurbriggen) das beste Ergebnis seit 2011 – und sie kündeten einen sanften Aufschwung an.

Als Stauffer am Freitag vor die Journalisten tritt, kann er sich ein Lächeln unter dem markanten Schnauz nicht verkneifen. «Gäbig» sei es, nun eben nicht erklären zu müssen, warum es nicht laufe, sagt er. Schliesslich muss der Berner Oberländer nun das Gegenteil tun. Die Riesenslalomequipe blickt schon jetzt auf den besten Winter seit acht Jahren zurück.

Team ohne Chef

Gleich im ersten Rennen wurde Thomas Tumler in Beaver Creek völlig überraschend Dritter – und wegen der Disqualifikation von Stefan Luitz ist er im Nachhinein noch einen Rang nach vorn gerutscht. Ende Dezember belegte Loïc Meillard in Saalbach-Hinterglemm dann Rang 2. Zur Einordnung: Vor den beiden hatte Carlo Janka zuletzt auf einem Riesenslalompodest gestanden – das war 2011.

Der Aufstieg in der langjährigen Sorgendisziplin ist erstaunlich. Schliesslich fehlt dem Schweizer Ensemble mit dem verletzten Justin Murisier ausgerechnet der arrivierteste Fahrer. Und gleichwohl ist Cheftrainer Stauffer nicht überrascht: «Wir führten viele Diskussionen rund um dieses Team, und wir spürten schon lange, dass es eine gewisse Dynamik gibt, Junge reinkommen werden, die irgendwann mithalten könnten, und es zwei, drei weitere Athleten........

© Berner Zeitung