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Essen: Energiekonzern RWE darf Platz nach sich selbst benennen - trotz Protesten

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12.07.2018

Grün

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12.07.2018, 16:28

Es ist entschieden: In der "Klimahauptstadt 2017" Essen darf ein Platz nach dem Energiekonzern RWE benannt werden. Dies bestätigte Frank Mußhoff, der zuständige Bezirksbürgermeister, bento auf Nachfrage. In der Abstimmung gab es 11 Stimmen für den "RWE-Platz" und sechs Enthaltungen. Damit gilt die Entscheidung als einstimmig.

Er hat noch keinen Namen, weil er erst gebaut wird. Der Platz gehört nicht zur Stadt, sondern wird gerade von RWE als Teil eines neuen Firmenkomplexes gebaut. Auf dem Gelände stand früher die Zeche Victoria Mathias, die als Geburtsstätte der Firma gilt. 2020 soll das neue Gelände eröffnet werden, mehrere Tausend Angestellte der Firma sollen dort einziehen.

Die geplante Benennung des Platzes wird von Naturschutzverbänden beklagt. RWE ist zwar mit über 50.000 Angestellten (etwa 17.000 davon in der Stromerzeugung) ein wichtiger Arbeitgeber – aber als Nutzer und Förderer von Braunkohle ist der Konzern auch für zahlreiche Umweltschäden mitverantwortlich.

Braunkohle, die RWE in Kraftwerken verheizt und in Tagebauen fördert, ist von allen fossilen Energieträgern wahrscheinlich der schädlichste fürs Klima. Das macht RWE zum Unternehmen mit den meisten CO2-Emissionen in ganz Europa. (RWE)

Für die Förderung der Braunkohle müssen weltweit, auch in Deutschland, immer wieder Orte komplett vernichtet und abgebaggert werden. Dadurch sind viele Plätze entstanden, die man zynisch ebenfalls als "RWE-Platz" bezeichnen........

© Bento