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«Nichts ist nur einem Geschlecht vorbehalten»

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11.02.2019

Ein Baby braucht nicht nur die Mutter, sondern auch den Vater. Foto: iStock

Wie schafft eine Frau Familie und Beruf? Kann sie nach der Geburt ihres Kindes weiterhin bei der Firma arbeiten? Wird sie erst mal eine Weile daheimbleiben und nach dem Kind schauen?

Geht es ums Thema Gleichstellung oder Vereinbarkeit von Familie und Job, wird meist die weibliche Sicht beleuchtet. Dabei wären die Väter durchaus mitgemeint. Doch Paare, die zu einem ähnlich grossen Pensum die Verantwortung für Berufsarbeit, Kinderbetreuung und Hausarbeit teilen, gibt es in der Schweiz noch immer wenige. «Zu wenige», sagt Margret Bürgisser, Soziologin und Autorin. Sie hat während rund drei Jahrzehnten Schweizer Familien begleitet, die sich Job und Familie hälftig geteilt haben. Ein Gespräch über echte Gleichstellung und was Eltern immer wieder von Neuem diskutieren sollten.

Frau Bürgisser, Sie nennen die partnerschaftliche Rollenteilung ein Erfolgsmodell.
Ja, ich bin aufgrund meiner wissenschaftlichen Arbeit überzeugt von diesem Modell. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten damit, und ich glaube, dass es für einen Teil der Elternpaare möglich wäre. Unter egalitärer Rollenteilung verstehe ich eine Arbeitsteilung zwischen Mutter und Vater, die sich Erwerbsarbeit in Teilzeit, Kinderbetreuung und Hausarbeit teilen. Allerdings bin ich nicht allzu optimistisch, dass das egalitäre Modell in nächster Zeit viel an Terrain gewinnen wird.

Weshalb so pessimistisch?
Allein wie in der Schweiz über einen Vaterschaftsurlaub gestritten wird, ist befremdend. Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, wir haben einen hohen Wohlstand. Mit diesem Hintergrund ist es möglich, dass wir auch in der Schweiz........

© Basler Zeitung